Plastikfrei leben – erste Erfolge

Nachdem ich schon des Öfteren darüber gepostet habe, wollte ich einige Updates kundtun. Und auch Rückschlage, wenn man die so nennen möchte. Fangen wir gleich mit denen an: leider habe ich es nicht geschafft, plastikfreie Toilettenpapierpackungen usw zu finden, denn wir bekommen solche Artikel als Pflegemittel und müssen die auch nicht bezahlen. Da wäre es ja echt radikal, oder bin ich da jetzt zu sehr Sparfuchs?

In der Küche sieht es besser aus: das Kochbesteck ist jetzt gänzlich aus Holz. Das selbstgebackene Brot kommt ab sofort in einen Brottopf, unsere Wasserflaschen sind nun die aus Glas. Und der Mann hat jetzt eine schicke Metallbrotdose. Den Joghurt gibts allerdings immer noch im Becher; nur der Löffel ist plastikfrei ;-D

Im Lebensmittelbereich hat sich Folgendes geändert: Ich habe die Fleisch- und Käsetheken im Supermarkt getestet, auch preislich und auch im Obst- und Gemüsebereich habe ich jetzt plastikfreie Einkaufsmöglichkeiten. Einerseits habe ich jetzt Papiertüten und einen kleinen Pappkarton für lose Sorten, wie Kiwi oder Zitronen, und andererseits habe ich den lokalen Wochenmarkt beehrt und geschaut, was ich da anstelle der weit hergekarrten Obst- und Gemüsesachen kaufen kann.

Für kommendes Jahr werden wir bestimmt die mundraub.org-Plätze frequentieren und da unser Haus dann endlich fertig ist, kann ich mich auch meinem Minibauerngarten richtig widmen. Angelegt ist er schon grob. Wir wollen es aber vorerst nicht übertreiben. Tomaten hatten wir bisher jedes Jahr im Garten. Es sollen noch Gurken hinzukommen und ich hätte auch gerne Kartoffeln, aber nicht im Beet, sondern im Sack. Nimmt weniger Platz ein und Arbeit… Kräuter hatte ich dieses Jahr auch schon und werde das fortführen. Einen Pfirsichbaum haben wir bereits und werden uns einen Apfelbaum zulegen; eine schöne alte Sorte, deren Ernte wir auch im Keller einlagern können.

7 Sachen

Nach einer Idee von FrauLiebe: Sieben Sachen, die ich heute mit meinen Händen vollbracht habe. Meistens jedenfalls…

1) Früher wach gewesen als der Krümel, geduscht und Frühstück für alle gemacht.
2) Das Auto gelenkt. Und zwar zum Indoorspielplatz.
3) Mit überdimensionierten Legos gespielt, den Krümel auf dem Bobbycar mit Highspeed durch die Halle geschoben und beim ins Bällebad rutschen fotofiert.
4) Mittagsessen gemacht und dann alle zusammen extra langen Mittagsschlaf genossen.
5) Den Nachmittag wieder auf dem Indoorspielplatz verbracht.
6) Gestrickt.
7) Die Hände in den Schoß gelegt und mich kraueln lassen 😉

Und was habt Ihr so gemacht?

DIY für die Autosicherheit

Ich habe einen gaaaaanz alten Opel, der auch eine Alarmanlage hat. Nicht, dass den noch irgendwer klauen würde, aber sie ist drin und bevor ich fahren kann, muss ich die deaktivieren. Das geht mit einem Pippus, der aber seine Halterung verloren hat. Also habe ich doppelseitiges Klebeband genommen, den Pippus draufgeklebt, Papier abgezogen und auf die glatte Seite eines schnöden Einkaufschips geklebt. Den kann ich jetzt super an den Autoschlüssel klipsen. Erst wollte ich die kleine Ente auf dem Foto unten als Pippusträger nehmen, aber leider hielt das nicht so gut… Schade eigentlich…

Plastikfrei leben CHECKLISTE

Eine kleine Checkliste von Dingen, die gut durch plastikfreie produkte ersetzt werden können:

Küche

– Folienspender
– Tupperdosen und -schüsseln
– Wasser-PET-Flaschen
– Trinkbecher
– Joghurtbecher und andere Molkereisachen in Bechern
– Wurst- und Käseverpackungen
– Brottüte
– Milchpackungen
– Netze für Orangen etc.
– Kochbesteck
– Pausenbrotdose und Zubehör

Badezimmer

– Toilettenpapier und Co in Plastiktüten
– Hygieneartikel in Plastik eingeschweisst
– Shampoo- und Duschgelflaschen, Seife
– Reiniger

Eingangsbereich/ Flur

– Schuhlöffel
– Schuhbrett (für die nassen, matschigen Stiefel)

Esszimmer
(beherbergt noch das Schlaf-/Kinderzimmer; kein Plastik!) – WOW

Schlafzimmer und Kinderzimmer (noch im Bau)

Übung macht den Meister

Ich habe heute den Zaunkönig fast fertig bekommen und da ich eine coole Technik dabei verwendet habe, dachte ich mir, ich schreibe mal eine kleine Liste (ja, ich liebe Listen!), über ein paar Stricktechniken, die ich bereits gelernt habe (und toll finde).

In der ersten Zopfrunde habe ich einen Fehler gemacht, der sich dann leider durch die ganze Runde zog: ich habe aus Versehen eine Masche zu früh gezopft. Da es aber dunkles Garn ist und ich viel zu faul bin, das alles wieder zu ribbeln, hoffe ich, dass man es nicht so sieht.

1) Wenn ich in der Runde stricke, auf Nadelspielen (mache ich lieber als auf Rundstricknadeln), dann stricke ich mit vier anstelle von fünf Nadeln. Mein Projekt ist also auf drei Nadeln verteilt und mit der vierten stricke ich. Die übrige fünfte nehme ich zum Zopfen. Bisher jedenfalls. Denn wenn man, wie beim Zaunkönig, nur zwei maschen zopft, dann kann man auch super ohne Zopfnadel zopfen. wie das geht, erklärt in einem Fototutorial die Grumperina oder man schaut sichs auf einem Video an. Ich favorisiere bei den meisten Techniken verypinkknits. Bei diesen 1×1-Twist ist das eine super Variante sich die nervige Zusatznadel zu ersparen und natürlich auch schneller zu stricken.

2-6) Dieses jahr habe ich auch zum ersten Mal Socken gestrickt und auch verkürzte Reihen geübt. Angefreundet habe ich mich noch nicht so, aber es wird besser. Paralell dazu auch ganz viel Zöpfe und Lace. Das allererste Mal gabs dieses Jahr auch ein Tuch. Und ein weiteres erstes Mal habe ich tatsächlich eine Maschenprobe gestrickt! Colorwork kam dieses Jahr auch hinzu und hat viel Spaß gemacht.

Wenn ich mir meine Warteliste so ansehe, habe ich noch einige Projekte zum Perfektionieren der o.g. Techniken vor mir. Was ich aber unbedingt noch ausprobieren will, hat alles mit Socken zu tun:
7) zwei Socken auf einmal stricken mit Magic Loop
8) Toe-Up Socken stricken
9) diverse Fersentechniken ausprobieren.

(„10“) Und dazu werde ich mir Tini zum Vorbild nehmen und 2013 einen eigenen Sockenclub starten. Dann schaffe ich hoffentlich endlich die ganzen Sockenanleitungen zu stricken, die ich toll finde, die Techniken zu erlernen, das dafür vorgesehene Garn zu verstricken (damit ich mir Neues kaufen kann) und damit ich endlich gaaaaanz viele selbstgestrickte Socken zum Anziehen habe! Welche Muster und Garne ich da verwenden werde, wird gen Ende des Jahres geupdated…

Plastikfrei leben

Seit ich den Blog Leben ohne Plastik lese, habe ich mir viel Gedanken gemacht, wie das in unserem Fall zu bewerkstelligen wäre. Als nächsten Schritt googlet man ja weiter, um mehr Ideen zu sammeln, wie das geht und wie andere es schaffen (oder auch nicht). Und da habe ich sofort eine Reportage über eine Grazer Familie angeschaut und muss denen in vielen Punkten Recht geben, denn eine gründliche Planung ist das A und O. Denn „von heute auf morgen kann man damit nicht anfangen; es gibt ja hundert Sachen, die man garnicht ohne Plastikverpackung bekommt“.

Ein schönes Zitat aus dem SZ-Artikel, das ich richtig finde und einem beim Selbstversuch im Hinterkopf bleiben sollte: „Wir haben ja nicht alles weggeworfen, was wir damals besaßen, das wäre Wahnsinn gewesen“, sagt die 40-Jährige, „was vorhanden war, wird benutzt, bis es kaputt ist. Und dann, wenn möglich, plastikfrei ersetzt.“ Und: „Mit dem Spaß ist das allerdings so eine Sache, denn ein Selbstversuch, der die ganze Familie einbindet und die Veränderung eingeübter Muster erfordert, bedeutet gewöhnlich in erster Linie Recherche, Selbstbescheidung, Verzicht, Aufwand.“

Trotzdem bleibt die Frage: Wo anfangen? Denn: „Für manche Dinge gibt es einfach keinen Ersatz. – Ich sitze gerade in unserer Küche. Warum also nicht mal schauen, was mir auf den ersten Blick auffällt, das aus Plastik ist und ersetzt werden kann? Da wären die Tupperdosen. Die kann man einfach mit Mehrweggläsern ersetzen, die wir auch da haben. Viele Dinge in unserer Küche sind sowieso aus Edelstahl, Holz und Glas, weil wir den Mix so schön finden. Da haben wir bei der Anschaffung nicht über die Umwelt nachgedacht, hat aber nun doch einen angenehmen Nebeneffekt. Aber trotzdem gibt es viel Plastik in diesem Raum. Da ist die Kaffeemaschine, der Toaster, der Alufolienspender (den man eigentlich entsorgen könnte, denn wir benutzen vielleicht alle Jubeljahre mal die Alufolie), die Mikrowelle, der Drucker und Laptop, Lebensmittelverpackungen, Steckdosen und Lichtschalter, der Kinderhochstuhl (von IKEA – da gibts viel Plastik!!!), die Spülbürste, die Spülmaschinentabs sind zwar in einem Pappkarton aber nochmal extra in Folie eingeschweisst – jedes Einzelne! Und es hört nicht auf: der Mülleimer, die Lätzchenjacke fürs Kind, der Wasserkocher, mein Thermobecher, Kochbesteck für die Pfanne… Und ich hab ganz sicher was übersehen! Das ist doch gruselig. So viel aufgezählt und ich habe nur an die Küche gedacht. Was kann man nun davon austauschen? Tja, die Elektrogeräte erstmal nicht. Aber das Kochbesteck gibts auch aus Holz (ich nehme sowieso lieber die Holzlöffel als den Plastepfannenwender), die Wasserflaschen auch aus Glas, Lätzchen haben wir auch viele aus Stoff (die sind aber in der Kita). Die Joghurtlöffel aus Plastik nimmt der Mann immer für die Arbeit. Warum er keine aus Metall mitnimmt, weiß ich nicht. Seine Brotdose ist auch aus Plastik. Beides kann man austauschen. Die Plastikbecher fürs Kind müssen erstmal bleiben, denn Gläser gehen beim Runterfallen gerne mal kaputt. Und die Scherben muss ich bei einem 1,5 Jährigen nicht unbedingt haben. Aber phtalatfrei sind sie. Auf das achte ich sehr, wenn es denn etwas aus Plastik fürs Kind gibt.

Da muss ich sofort an seine Spielzeugecke im Wohnzimmer denken! Ich habe persönlich ausser Sandspielzeug und einem Bobby Car noch kein Plastikspielzeug selbst gekauft, sondern nur welches aus Holz. Das wissen auch Freunde und Verwandte und kaufen kein Plastik. Trotzdem ist welches da. Die Gartenwippe (ein Elefant), jedoch praktisch, weils ja draußen steht. Badespielzeug. Naja, aus Metall oder Holz wäre ja Quatsch. Oder zum Beispiel der Stehaufclown. Der ist aus Plastik, aber noch aus den Kindertagen des Mannes. Der Musiktisch von Fisher Price war ein Geschenk, dass bald weiter vererbt wird. Dann hört es schon auf mit den Plastespielsachen. Zu Hause jedenfalls, denn in der Kita kann ich ja nichts machen…

Weiter gehts im Wohnzimmer. Da ist auch genug aus Plastik. Die Blumengießkanne, der Fernseher, das Telefon, die Boxen der Musikanlage. Ach du meine Güte!!! Unsere Fenster. Ja, die sind aus Plastik. Kein 5-Minuten-Akt, die auszutauschen. Obwohl mein Mann sicher Feuer und Flamme dafür wäre, welche aus Holz einzubauen. Aber solange wir das Dachgeschoss nicht fertig haben… Aber ich glaube, dann hat er erstmal genug vom Bauen und vom Dreck… Alles was wir neu gemacht haben, ist aber meist aus Holz. Unsere Türen sind Echtholz, die Garnituren aus Edelstahl. Unsere Böden sind Landhausdielen. Die haben wir freigelegt unter Laminat, Teppichen und so, geschliffen und geölt – ein Traum (außer wenn man die quietschenden Bretter erwischt). Unsere Möbel sind fast alle aus Holz. Ich habe eine Billy-Bücherwand. Über die Inhaltsstoffe möchte ich da jetzt nicht nachdenken. Da hört man ja „nette“ Sachen über den Schweden… Unsere Lampen sind alle aus Edelstahl, die LEDs haben aber sicher viel Plastik drin. Dafür verbrauchen wir, wenn wir unser gesamtes Haus beleuchten und alles eingeschaltet haben, weniger Watt als meine Mutter in ihrer Küche. Und ich rede jetzt von einer einzigen Lampe, die mehr verbraucht, als unsere drei Etagen.

Jetzt habe ich mir gerade einen Tee gemacht und festgestellt, dass die Beutel meines Bronchialtees in Plastik eingeschweisst sind. Andere Tees bei uns sind in kleinen Papiertütchen. Die meisten Kräutertees sind aber gesammelt und getrocknet und in Gläsern. Ergo: Ich werde, nachdem diese Packung Bronchialtee aufgebraucht ist, zusehen, eine Marke zu finden, die ohne Plastik auskommt. Das muss es ja geben. Am einfachsten sicher im Teeladen, oder? Memo an mich selbst: einen Teeladen in der Nähe finden.

Das ist auch so ein Ding. Die Nähe. Auf dem Blog Leben ohne Plastik habe ich viel von Wochenmärkten, Fleisch- und Käsetheke gelesen. Man nimmt sich seine eigene plastikfreie Verpackung mit und packt den Einkauf dann da rein. An sich eine super Idee. Wenn da nur nicht die Fahrerei wäre, denn wir leben auf dem Land – ohne Markt etc. Ich kaufe immer im Supermarkt und muss dafür immer mit dem Auto fahren. Meine Mutter z.B. ist selbsternannte Schnäppchenjägern, markiert sich immer die Angebote und fährt von Laden zu Laden um die besten Preise abzustauben. Das mache ich nicht. Meine Zeit ist mir zu schade und mein Benzin. Denn was nützt es bei einer Käsepackung 20 Cent zu sparen, aber das dann beim Benzin draufzuschlagen. Die Umweltbelastung durch die ganze Fahrerei und ganz zu schweigen, was das arme Auto bei diesen Kurzstrecken mitmachen muss. Ich kaufe immer im großen Supermarkt; Angebote interessieren mich eigentlich nicht, weil ich auf meinem Zettel immer Dasselbe habe. Und ich will alles in einem Abwasch erledigt haben. Der Nachteil Supermarkt ist aber, dass so ziemlich alles, was wir so kaufen, in Plastik verpackt ist. Ich habe eine Liste von Lebensmitteln und so, auf der ich die Preise notiert habe. Ich werde beim nächsten Einkauf vergleichen, ob sich die Wurst an der Fleischtheke lohnt zu kaufen um auf Plastik zu verzichten. Ich sehe da nur folgende persönliche Probleme: a) mein Mann arbeitet in zwei Schichten, nimmt belegte Brote mit und hat einen unwahrscheinlichen Wurstbedarf (ich ja nicht so…) und b) ich weiß nicht, ob ich es finanziell schaffe, dann beim Fleischer einzukaufen oder auf dem Wochenmarkt, wo die Preise logischerweise viel viel höher sind. Ich will das den Händlern da auch nicht anlasten. Ich bin dafür, dass die das Geld für ihre Ware bekommen, was sie auch wert ist. Das Thema Wertschöpfung in Deutschland ist ja so eine Sache. In jeder Branche muss man sich peinlichst rechtfertigen, warum ein Qualitätsprodukt nunmal mehr kostet, als der Billig-Massen-Import aus Fernost. Die Menschen wollen billig einkaufen. Das geht aber zu Lasten der Natur und ärmerer Menschen, die ja auch irgendwie leben müssen. Viele wollen das aber nicht verstehen. Vor allem wenn um Butter oder Milch oder so geht… Deswegen höre ich so gerne den Podcast von Distel, die sich in ihren Rubriken viel mit solchen Themen beschäftigt.

In einem weiteren Artikel werde ich mal eine Liste anlegen, von Sachen, die mir spontan einfallen, aus Plastik sind und austauschbar sind. Der wird ganz bestimmt wachsen und hoffentlich auch immer mehr durchgestrichene Stichpunkte beinhalten. Über Tipps und Kommentare bin ich überigens sehr dankbar. An viele Sachen denkt man nämlich nicht, weil man sich zu sehr dran gewöhnt hat und sie einem nicht in die Augen fallen.

Ach, doch noch nicht fertig. ich grübele grad übers Bad nach… Warum ist Toilettenpapier & Co eigentlich in Plastik verpackt? Das Zeug ist doch aus Papier, dass kann doch in Recyclingpapier eingepackt sein! Oh Gott! Wo kriegt man denn Tampons ohne Plastik drumrum? Und was mache ich mit dem Scheibenwischdings aus unserer Dusche? Der Wäschekorb ist auch aus Plastik, auch der kleine Hygieneeimer; die Zahnbürste (der Becher nicht; ist aus Edelstahl, wie alle diese Sachen bei uns…), aber die Haarbürste (gut, die ist leicht zu ersetzen; ich wollte schon immer so ein coole aus Echthaarborsten!), der Hocker fürs Kind; das Töpfchen fürs Kind. Den Toilettendeckel werden wir nicht los. Den liebt mein Mann, der senkt sich selber ab… Der Fön, der Rasierapparat, die Cremedöschen (ich hab einige aus Glas…) – das hört und hört nicht auf!

So ein Projekt, das ja nachhaltig sein soll, kann man echt nicht ohne Weiteres beginnen. Ich mache eine Liste und dann wird nach und nach rigoros sortiert! Updates gibts dann hier aufm Blog!

CHECK: Mode + Kurzwaren

Letzte Woche war ich mit Jessica auf „Spionagetour“ der LYS in Halle. Wir haben uns den kleinen Handarbeitsladen in der Talamtstraße am Hallmarkt angesehen. Ein minikleiner Laden, der beim Vorübergehen überhaupt nicht bemerkt wird. Außer, man achtet als Stricker auf den Aufsteller „Lang Yarns“. Das Schaufenster ist grauselig, total voll-„gemüllt“ und irgendwo versteckt ein kleines Körbchen Garne; da muss man sich aber den Hals verrenken, um das zu sehen. Innen gehts weiter mit dem clichéhaften Omacharme und zugerümpeltem Handarbeitschic. Es gibt Garne von OnLine, Schachenmeyer natürlich, Baumwollhäkelgarne und eine Auswahl an Lang Yarns. Strickbücher und -hefte, Einiges an Zubehör; ansonsten Stick- und Spitzenbedarf.

Die Verkäuferin war nicht sonderlich freundlich. Jedenfalls nicht zu uns jungen Menschen. Eine ältere Dame wurde aber zuvorkommend behandelt. Und da es sich um glaube ich 20qm Geschäftsfläche handelte, konnte man ja alles hören. Die gute Frau wollte einen Pullover für ihren Enkel stricken und brauchte dafür nur 2,5 Knäuel ihres hochgeschätzten Polyacryl-OnLine-Garns und fragte doch nicht tatsächlich, ob sie vom dritten Knäuel nur die fehlenden Meter haben könnte, um nicht zu viel zu kaufen. Hallo?!? Und was macht ein Geschäft dann mit dem Rest? Also echt… Da kann man doch selber was draus stricken. der Enkel kann doch gleich noch ne Mütze bekommen. Also sowas hab ich auch noch nicht erlebt…

Mode + Kulturwaren
Inh. Frank Pape
am Hallmarkt, Talamtstraße 6, Halle (Saale)

Podcasts im Handarbeitsuniversum

Meine heutige Podcast-Rezension handelt von der „urbanen Spinnstube„, dem Strick- und Spinnpodcast aus Berlin. Star der Show ist distelfliege, die auch noch eine englische Version ihres Blogs anbietet.

Ich habe mit der ersten Folge angefangen und bin jetzt in den 30ern. Auch wenn das anstrengend ist, alle nachzuhören, es lohnt sich total. Distel entwickelt sich im Laufe ihres Podcastens und jede Folge ist spannend, lustig und interessant. Ihre eigene Musik, ihre Abenteuer beim Spinnen, Stricken und in der urbanen Selbstversorgung… ein Genuss!

Die Serie über den Agrarbericht hat mir total gefallen. Die mischung aus allem Handarbeitstechnischen und dann den Rubriken wie urbane Selbstversorung (ich fand den Garagengarten von der Susanne Klingner ja schon immer ziemlich toll; dabei hab ich Dumme ja nen richtigen Garten – aber irgendwie hört sich „urban gardening“ immer viel cooler an. ) und so find ich klasse. Im Strickhimmel schwelgen und gleichzeitig sich noch bilden. Auch mit dem Spinnen: ich spinne ja selber nicht, aber zu erfahren wie das alles geht, ist toll. Da kribbelts irgendwie in meinen Fingern, aber mein Mann wird irre, wenn ich jetzt noch ne neue Handarbeit anfange. Hab hier noch nen Klöppelständer, nen Gurtwebrahmen und allerhand anderen Bastelkram nebst dem Strick- und Häkelzeugs…

Aber genug von meinen Stauraumproblemen. Die Distel podcastet fast wöchentlich und somit ist immer genug Nachschub da. Eigentlich verwöhnt sie uns Hörer richtig damit. In ihrer aktuellen Folge redet sie auch über ihre Warteliste von Strickprojekten auf ravelry.com und dass sie sie aufräumen muss. Ich habe neugierigerweise mal geguckt und es sind über 300 Projekte. Und ich dachte, meine 20 seien schon viel ;-P Ich schau mir aber gerne die queues anderer Raveler an, weil man da super schöne Projekte findet, die man sonst vielleicht nicht gefunden hätte. Aber ganz oft sind auch welche dabei, die ich selber schon gefaved oder gequeued habe. Schön, wenn die geschmäcker auch verbinden. Eine gefährliche Seite hat das natürlich: die eigene Queue wird so auch immer länger…

Informativ ist die housekeeping-Rubrik, bei der ich dann oft noch die Show-Notes lese und nachgoogle. Auch bei der Rubrik „urbane Selbstversorgung“ hat mich die Distel schon oft inspiriert. So lese ich jetzt gerne den Blog „Leben ohne Plastik„, der auch wiederum dafür gesorgt hat, mich zum Plastikverzicht zu inspirieren. Oder die Seite mundraub.org – normalerweise finde ich bei solchen Seiten nie Etwas in meiner Nähe. Aber hier ist es mal anders und ich habe mir in Ermangelung eines iPhones/Android-Handys und der Möglichkeit die App downzuloaden, eine kleine feine Karte aus Papier zur Hand genommen und ein paar Stellen mit interessanten Obstsorten etc. markiert. Bei unseren Spaziergängen werde ich die auch erweitern und dann auch auf mundraub eintragen.

Außerdem ist die Rubrik „was ich grade toll finde“ richtig schön. Oft zum Schmunzeln und noch öfter zum Nachgooglen. Da findet man dann z.B. Podcasts, denen man dann auch verfällt…

FAZIT: definitv hörbar und macht süchtig!

Being Thrifty

Wenn bei uns etwas kaputt geht, dann überlege ich vor dem Wegschmeißen, ob man daraus noch etwas zaubern kann. So auch in diesem Fall. Ich habe drei Körbe aus irgendeinem Geflecht, mit Stoffbeutel innen drin. Einer beherbergt zur Zeit noch die Windeln vom Krümel, ein anderer ist mein Strickkorb neben dem Sofa und der kleine Bruder dieser zwei, ca. 20 Liter fassenden Körbe, war bis vor einigen Tagen das Zuhause von Biegepüppchen und -tieren meines Sohnes. Er fand die Idee witzig, sich da rein zu setzen. Das sah auch süß aus. Leider verkraftete es der Korb nicht und das Geflecht ging kaputt. Nun habe ich den Stoffbeutel heraus getrennt, was nicht schwer war, denn er war nur eingeklebt (na toll!) und die „Leder“griffe abgenommen. Das Geflecht habe ich ebenfalls aufgetrennt und ein Knäuel gewickelt. Es harrt jetzt seinem nächsten Verwendungszweck, über den ich mir noch nicht so klar bin.

Aber der Stoffbeutel weiß schon, was er werden soll. Nämlich das Innenleben eines neuen Korbes, inklusive Henkel. Als ich mit Häkeln anfing, wollte ich mal eine Tasche häkeln. Das Muster war mir zu langweilig, also entschied ich mich für ein Dachziegelmuster und legte los. Dann hatte ich irgendwann keine Lust mehr auf die Tasche, fands aber zu schade, das schon entstandene Stück aufzutrennen. Also lag es jetzt ca. 2 Jahre in einer Kiste, die letzte Masche mit einer Sicherheitsnadeln vorm Aufgehen geschützt. Und dieses Stückchen Häkelei wird nun der neue Außenteil des Körbchen. Endlich!!! Ein Nutzen! Ich muss es nur noch häkeln… Manno…

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