Plastikfrei kleiden

Wenn man damit anfängt, Plastik im Leben verringern zu wollen, hat das kaum Grenzen. So auch bei Kleidung. Ich rede da jetzt nicht von Kleidung aus Plastiktüten, sondern um die Verpackung, naja und um das Label. Heute kamen nämlich vier Pullis bei mir an, wovon einer das tolle Label PURE WEAR trägt und verspricht, dass die Baumwolle kontrolliert biologisch und ohne Einsatz von Chemikalien angebaut wurde. Googlet man da (siehe Link oben), dann erfährt man Folgendes:

PURE WEAR kennzeichnet schadstoffgeprüfte Textilien mit einem Mindestanteil von 50 Prozent kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle. Die Kennzeichnung basiert u. a. auf den folgenden Kriterien:
Zusammensetzung: mind. 50 Prozent Baumwolle aus zertifiziertem, kontrolliert biologischem Anbau, max. insgesamt 50 Prozent Modal, Lycocell, Elastan, Leinen, Seide, Schurwolle, Viskose, Grenzwerte für bestimmte Stoffe (z. B. Formaldehyd; Metalle wie Blei, Nickel; Pestizide wie DDT, Heptachlor; Phenole wie Pentchlorphenol; chlororganische Carrier; zinnorganische Verbindungen wie MBT; verbotene Arylamine), Grenzwerte für allergisierende Dispersionsfarbstoffe, krebserregende Farbstoffe und Pigmente nicht nachweisbar, Verbot von Biozid-, Flammschutzausrüstung und PVC, Verbot gesundheitsgefährdender oder -beeinträchtigender Stoffe.

Letztendlich wird die Note: eingeschränkt empfehlenswert, vergeben. Aber verlangen kann man von dem Label nicht viel, denn:

Das „PURE WEAR“-Zeichen ist eine Eigenmarke der Otto GmbH, die zusammen mit der Unternehmensberatung Systain Consulting und dem Labor Hansekontrol auch für die Entwicklung des Kriterienkatalogs zuständig ist.

Die Textilmuster der interessierten Hersteller prüft die Otto Group nach einem eigenen festgelegten System, die verwendete Baumwolle aus kontrolliert biologischen Anbau muss von der Control Union zertifiziert sein. Bei positivem Ergebnis verpflichten sich die Hersteller gegenüber der Otto GmbH, nur mit dem Prüfmuster konforme Ware zu liefern. Die Einhaltung der Anforderungen werden regelmäßig in Stichproben überprüft. Durch den Nachweis eines Audits der BSCI (Business Social Compliance Initiative) erklären die Lieferanten auch die Einhaltung grundlegender sozialer und ökologischer Standards.

flashteeDer Pulli an sich ist ok, finde ich. Er stinkt auch nicht, wird aber vor dem Tragen logischerweise gewaschen. Aber wenn ich dran denke, dass mit dem Artikel für Bio geworben wird, dann frag ich mich, warum er in einer Plastiktüte verpackt wird. Das schoss mir übrigens auch durch den Kopf, als mein Ecobag von Ravelry ankam. In einer Plastiktüte. Hm…

Bezüglich des Labels denkt man erstmal auch an Fair Trade und alles, wird aber am Ende enttäuscht. Wie bei vielen Siegeln auf unseren Produkten. Man denke nur ans CE-Zeichen, dass sich eigentlich jeder Hersteller auf den Artikel druckt und es garnichts bedeuten muss. Da schockiert einen auch der Beitrag über Spielzeug und Schadstoffe, der letztens bei Arte lief.

UPDATE: Und was ich heute ganz toll finde ist ein Artikel in der Zeitung, dass 1) das Kleider-Café (Kinderschutzbund) im Blauen Elefanten am Anhalter Platz 1, eine Kleiderspende erhalten hat und auch Familien mit (Klein-)Kindern jetzt mehr Auswahl anbieten kann in der kalten Jahreszeit. Und 2), dass 40.000 Pullis für australische Pinguine gestrickt und gesammelt wurden!

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